Ausgezeichnet katzenfreundlich: Wir sind eine zertifizierte Cat Friendly Praxis
- 11. Aug.
- 5 Min. Lesezeit
Katzen haben beim Tierarzt ganz eigene Bedürfnisse. Deshalb freuen wir uns, dass unser Tiergesundheitszentrum als Cat Friendly Praxis zertifiziert ist. Was hinter der Zertifizierung steckt und wie wir den Tierarztbesuch für Katzen möglichst stressarm gestalten, erklären wir hier.

Ungewohnte Gerüche, fremde Menschen, Transportbox, Autofahrt und die Begegnung mit anderen Tieren können für eine Katze schnell zu einer belastenden Situation werden.
Wir möchten deshalb nicht nur auf dem Papier „cat friendly“ sein, sondern Katzenfreundlichkeit jeden Tag leben. Unser Ziel ist es, den Besuch in unserer Praxis für Ihre Katze so ruhig, sicher und stressarm wie möglich zu gestalten.

Die Bezeichnung „Cat Friendly“ steht für einen von der International Society of Feline Medicine (ISFM) entwickelten Ansatz, der den besonderen Bedürfnissen von Katzen in Tierarztpraxen und Kliniken Rechnung trägt. Zertifizierte Praxen können dabei die Stufen Bronze, Silber und Gold erreichen.
Doch unabhängig von einer Zertifizierungsstufe steht für uns eines im Mittelpunkt:
Ihre Katze soll sich bei uns möglichst sicher fühlen und mit so wenig Angst und Stress wie möglich behandelt werden.
Schon zu Hause beginnt der stressfreie Tierarztbesuch
1. Die Transportbox sollte ein vertrauter Wohlfühlort sein
Die Transportbox muss nicht nur dann aus dem Keller geholt werden, wenn ein Tierarztbesuch ansteht. Im Gegenteil: Für viele Katzen ist es hilfreich, wenn sie dauerhaft in der Wohnung steht und ganz selbstverständlich zum Alltag gehört.
Stellen Sie die Box einige Tage oder sogar Wochen vor dem Termin an einem vertrauten Ort auf. Eine weiche Decke oder ein getragenes T-Shirt von Ihnen kann für einen vertrauten Geruch sorgen. Auch Lieblingsspielzeug oder kleine Leckerlis in der Box helfen dabei, sie positiv zu verknüpfen.
Besonders praktisch sind stabile Transportboxen, die sich von oben und von vorne öffnen lassen. Noch besser sind Modelle, bei denen sich die obere Hälfte vollständig abnehmen lässt. So kann Ihre Katze bei uns häufig in der vertrauten Unterschale bleiben und muss nicht mühsam aus der Box herausgezogen werden.
2. Vertraute Gerüche und ein geschützter Blick
Katzen orientieren sich stark über ihren Geruchssinn. Deshalb können synthetische Katzenpheromone dabei helfen, die Umgebung angenehmer zu gestalten.
Sie können beispielsweise Feliway® Spray etwa 15 bis 30 Minuten vor dem Transport auf die Decke bzw. in die Transportbox sprühen. Wichtig ist, das Spray nicht direkt auf die Katze anzuwenden.
Zusätzlich empfehlen wir, ein großes Handtuch oder eine Decke mitzunehmen. Damit können Sie die Transportbox während der Fahrt und im Wartebereich abdecken. So wird die visuelle Reizüberflutung reduziert und Ihre Katze muss nicht ständig andere Menschen oder Tiere beobachten.
3. Kleine Vorbereitung, große Wirkung: Futter und Lieblingssnacks
Wenn Ihre Katze Autofahrten schlecht verträgt, kann es sinnvoll sein, sie etwa zwei bis drei Stunden vor der Fahrt nicht mehr zu füttern. Dadurch kann das Risiko von Übelkeit und Erbrechen während der Fahrt reduziert werden.
Bitte beachten Sie dabei: Bei sehr jungen Tieren, bestimmten Erkrankungen oder besonderen medizinischen Situationen gelten möglicherweise andere Empfehlungen. Im Zweifel sprechen Sie uns vorher an.

4. Ruhig und sicher zum Tierarzt
Auch der Transport selbst kann einen großen Unterschied machen.
Die Transportbox sollte während der Fahrt sicher und möglichst rutschfest stehen. Je nach Box und Fahrzeug kann sie beispielsweise im Fußraum hinter den Vordersitzen platziert oder auf dem Sitz sicher angeschnallt werden.
Fahren Sie möglichst ruhig und vorausschauend. Vermeiden Sie hektische Bewegungen und laute Geräusche. Eine ruhige Stimme kann zusätzlich Sicherheit vermitteln. Manche Katzen profitieren auch von leiser, beruhigender Musik – andere bevorzugen absolute Ruhe.
5. Bei sehr ängstlichen Katzen frühzeitig mit uns sprechen
Manche Katzen geraten bereits beim Anblick der Transportbox oder auf dem Weg zum Tierarzt in große Panik. In solchen Fällen ist es sinnvoll, frühzeitig mit uns über die Möglichkeiten einer angstlösenden Unterstützung zu sprechen.
Bei besonders ängstlichen Katzen kann unter tierärztlicher Anleitung beispielsweise ein angstlösendes Medikament vor dem Termin eingesetzt werden. Ob dies für Ihre Katze sinnvoll und geeignet ist, entscheiden wir individuell mit Ihnen.
Was erwartet Sie bei uns?
Wenn Sie mit Ihrer Katze zu uns kommen, möchten wir ihr eine Umgebung bieten, in der sie sich möglichst sicher und respektiert fühlt.
🐾 Getrennte Ber
eiche für Katzen
Wo möglich, stehen abgetrennte Wartebereiche und separate Behandlungsräume für Katzen zur Verfügung. Denn der direkte Kontakt zu Hunden oder ungewohnten Geräuschen kann für Katzen zusätzlichen Stress bedeuten.
🐾 Eine ruhige, katzengerechte Umgebung
Pheromon-Stecker und erhöhte, geschützte Abstellmöglichkeiten für Transportboxen helfen dabei, die Umgebung möglichst angenehm zu gestalten.
🐾 Geschultes Personal
Unser Team ist im sanften und respektvollen Umgang mit Katzen geschult. Wir möchten nicht nur eine Untersuchung „durchführen“, sondern die Körpersprache Ihrer Katze lesen und auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen.

🐾 Katzenfreundliche stationäre Unterbringung
Sollte eine stationäre Aufnahme notwendig sein, stehen unserer Katzenstation ruhige, saubere und rückzugsfreundliche Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung. Rückzugsmöglichkeiten, Höhlen und individuell einstellbare Temperaturen tragen dazu bei, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Ein wichtiger Grundsatz unseres Cat-Friendly-Konzepts lautet: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“
Katzen müssen für eine Untersuchung nicht automatisch festgehalten oder in eine bestimmte Position gebracht werden. Im Gegenteil: Je mehr wir die natürliche Körpersprache und das Verhalten der Katze berücksichtigen, desto entspannter kann eine Behandlung ablaufen.
Passive Fixation – Halt geben, ohne einzuengen
Wenn es die Situation erlaubt, darf die Katze zunächst die Position einnehmen, in der sie sich sicher fühlt – beispielsweise in Brustlage, in einer entspannten Sitzposition oder direkt in der Unterschale ihrer Transportbox.
Statt die Katze fest zu umklammern, arbeiten wir möglichst mit sanften Begrenzungen. Eine Hand kann beispielsweise ruhig am Körper liegen und ein plötzliches Wegspringen verhindern, ohne die Katze unnötig einzuschränken.
Dabei gilt: Einmal ruhig Kontakt aufgenommen, sollte dieser möglichst beibehalten werden. Ein sanfter, konstanter Kontakt ist für viele Katzen angenehmer als wiederholtes Anfassen und Loslassen.
Handtuch statt Zwang
Bei besonders ängstlichen oder abwehrenden Katzen können wir mit sanften Handtuch-Techniken arbeiten – manchmal auch liebevoll als „Katzen-Burrito“ bezeichnet.
Das Handtuch kann der Katze ein Gefühl von Schutz und Begrenzung geben und gleichzeitig dafür sorgen, dass bestimmte Körperbereiche für die notwendige Untersuchung oder Behandlung zugänglich bleiben.
Dabei steht immer das Wohlbefinden der Katze im Vordergrund. Wir möchten nicht mit Gewalt arbeiten, sondern die Situation so gestalten, dass die Katze möglichst wenig Angst empfindet.
Auch hier können vertraute Gerüche und gegebenenfalls Pheromone unterstützend eingesetzt werden.
Ablenkung statt Zwang
Positive Ablenkung ist ein wichtiger Bestandteil unseres Cat-Friendly-Konzepts.
Schleckis (Schlecksnacks) können während der Untersuchung eingesetzt werden. Gerade bei Behandlungsmaßnahmen kann die Katze dadurch beschäftigt und positiv abgelenkt werden.
Dabei beobachten wir stets die Reaktion des Tieres. Denn nicht jede Katze möchte in einer stressigen Situation fressen – und auch das respektieren wir.
Pausen sind erlaubt
Eine wichtige Regel lautet: Wir müssen nicht alles um jeden Preis sofort schaffen.
Zeigt eine Katze deutliche Angst oder Abwehr, kann eine kurze Pause oft mehr bewirken als weiterer Druck. Wir lösen die Fixierung, geben der Katze Zeit, sich zu sammeln, und überlegen anschließend gemeinsam, ob und wie wir die Untersuchung anders angehen können.
Denn manchmal ist der beste nächste Schritt nicht „mehr festhalten“, sondern einen Schritt zurückzugehen.

Unser Ziel: Vertrauen statt Angst
Ein Tierarztbesuch lässt sich nicht immer vollständig stressfrei gestalten. Eine Untersuchung, eine Blutabnahme oder eine Behandlung kann für eine Katze ungewohnt sein.
Aber wir können beeinflussen, wie wir mit diesem Stress umgehen.
Wir möchten, dass Ihre Katze bei uns nicht das Gefühl bekommt, ausgeliefert zu sein. Wir möchten ihre Signale erkennen, ihr Zeit geben und unnötigen Zwang vermeiden.
Denn ein möglichst positiver Tierarztbesuch hilft nicht nur heute, sondern kann auch dafür sorgen, dass zukünftige Besuche leichter werden.
Cat Friendly bedeutet für uns deshalb nicht einfach eine Zertifizierung. Es bedeutet, Katzen zu verstehen, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und sie mit Ruhe, Respekt und möglichst viel Einfühlungsvermögen zu behandeln.
Haben Sie Fragen zur Vorbereitung?
Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Katze auf den nächsten Tierarztbesuch vorbereiten können, sprechen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie gerne:
